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Dienstag, 18. August 2009

Kranke Gesellschaft oder kranke Menschen?

Über die Frage, was ADS ist, gewinnen wir in Bezug auf die neurobiologischen Zusammenhänge, Zug um Zug ein genaueres Bild. Was ist ADS jedoch? Immer kontroverser wird die Bewertung von ADS diskutiert. Warum werden gegenwärtig so viele Diagnosen gestellt? Wie ist ADS anzusehen, als Behinderung, Marketingaktion, als menschliche Sonderausstattung oder als eingebildete Krankheit? Welchen Einfluss nimmt die Gesellschaft auf das Bild von ADS; ist ADS ein Erweis unserer kranken Gesellschaft? Dass ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen ADS und Gesellschaft besteht, vermuteten Hallowell/ Ratey in ihren Ausführungen zur Pseudo-ADD (in: Zwanghaft zerstreut, Reinbek 2000; S. 289ff). Wenn dieser Zusammenhang nachzuweisen ist, dann wäre unter den vielen Rollen, die ADS erfüllt, auch die eines gesellschaftlichen Deuteschemas zu nennen. Die Deutung von ADS geht also in zwei Richtungen. ADS wird gesellschaftlich in einer bestimmten Weisen eingeschätzt. Aber von ADS ausgehend, kann auch die Zeit, in der wir leben bzw. wie wir miteinander leben, bewertet werden.

Dienstag, 30. September 2008

Strategien, wie Betroffene im Alltag mit ADHS umgehen

Es gibt viele hilfreiche Ratgeber für ADHS. Die Wirksamkeit der Ratschläge erweist sich freilich erst in der Praxis. Seit der Veröffentlichung des Buches hatte ich viele Gespräche mit Betroffenen.

Dienstag, 16. September 2008

Hilfreiche Links und Informationen

Für Betroffene und Angehörige ist nichts so wichtig wie Information über ADHS. Leider muss man sagen, dass die mediale Berichterstattung, die uns über Zeitungen, Zeitschriften und das Fernsehen erreicht, als Informationsquelle nicht dienlich, gelegentlich sogar schädlich ist: So schrieb Dr.J. Streif über einen Beitrag zum Thema ADHS in der renomierten Zeitschrift "Bild der Wissenschaft" (1/08): "Die inhaltlichen Mängel des Artikes sind dabei so schwerwiegend, dass sie nicht mehr als Polemik in einer bisweilen zu Recht kritisch geführten öffentlichen Auseinandersetzung mit Fragen der Pädagogik und Therapie abgetan werden können." (Streif, in: neue Akzente Nr. 78/ 2008, S.40)

Folgende Links, die Sie in der Sidebar aufrufen können, helfen Ihnen weiter. Sie geben Ihnen differenziert Informationen und nennen Ihnen weitere Quellen:

1. Bundesverband ADHS - Deutschland e.V.: Der Bundesverband ist ein Zusammschluss von Betroffenen, Angehörigen und Spezialisten. Die Webseite gewährt aktuell und kompetent Information. Ferner nennt sie Beratungsstellen und Gesprächsgruppen im ganzen Bundesgebiet. Das Organ des Bundesverbandes ist die
Zeitschrift neue Akzente.

4. Elternselbsthilfe ADS-Frankfurt: Diese hervoragend organisierte Webseite wendet sich unter anderem an erwachsene Betroffene und Angehörige.

5. Links zu Gesprächskreisen und Selbsthilfegruppen in Württemberg:
Ostfildern: Ansprechpartner: B. und K.H. Fuchs
Böblingen-Sindelfingen: Ansprechpartner: B. Sonnenmoser

Samstag, 6. September 2008

Die Hellsicht des Zwiespaltes

Cover-HellsichtDas Buch: Mitte August ist mein Buch Die Hellsicht des Zwiespaltes erschienen. Ziel dieses Buches ist es, der Frage nachzugehen, wie Menschen, die von AD(H)S betroffen sind, ihre Welt sehen und sie deuten.

DerAutor: Mein Name ist Uwe Metz. Ich bin 1968 in Gießen geboren. Nach einer Ausbildung zum Buchhändler, studierte ich ev. Theologie und war einige Jahre im kirchlichen Dienst tätig. Mittlerweile arbeite ich wieder als Buchhändler in einer theologischen und religionspädagogischen Fachbuchhandlung in Süddeutschland, schreibe und veröffentliche. Ich bin Mitglied im Bundesverband ADHS-Deutschland und Teilnehmer an der Gesprächsgruppe des Bundesverbandes in Böblingen.

Um was geht es in meinem Buch? AD(H)S ist zwiespältig. Zunächst weil es sich nicht äußerlich ansehen lässt. Man kann nicht anhand eines Stocks oder einer Brille erkennen, dass jemand davon betroffen ist. AD(H)S ist unsichbar.
Die Symptome zeigen sich bei jedem Menschen, nicht nur bei Menschen mit AD(H)S. Jeder kennt Zeiten von Unkonzentriertheit oder Stimmungswechsel. Die einzelnen Symptome sprechen nicht automatisch für AD(H)S. Zugleich steht das Syndrom auffällig oft im Zusammenhang mit anderen neurologischen und psychatrischen Erkrankungen, kann mit ihnen verwechselt oder von ihnen verdeckt werden. Die Feststellung von AD(H)S verlangt besondere Kenntnisse.
AD(H)S ist keine reine Störung oder Krankheit. Es hat auch positive Seiten, von der Kreativität bis zur besonderen Begabung, Querverbindungen herzustellen und aus ihnen neue Einsichten und Ideen zu entwickeln.
Schließlich leben Betroffene selbst in einem Zustand innerer und äußerer Zwiespältigkeit. Herausforderungen und Reize sind eine Weise, dem beunruhigen Gefühl der Zwiespältigkeit zu entgehen.
Das Buch geht diesen vier "Zwiespältigkeiten" des AD(H)S nach, nennt ihren Einfluss auf das Leben von Betroffenen und zeigt einen Weg, in ein gutes Verhältnis mit der eigenen Betroffenenheit zu treten.


Was ist der Inhalt des Buches Das erste Kapitel erklärt, was es mit dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom auf sich hat. Das zweite Kapitel befasst sich mit dem Leben des amerikanischen Schriftstellers E.A. Poe, der ADHS hatte. Im dritten Kapitel nenne ich zwei moderne Deutungsversuche, was ADHS sei und im vierten Kapitel schildert ein Betroffener seinen Umgang mit ADHS. In einem Anhang findet der Leser, die Leserin eine Liste von empfohlender Literatur mit ausführlichen Besprechungen. Informationen und eine Leseprobe können unter der Website des Verlages Shaker-Media eingesehen werden.
Das Buch ist über den Buchhandel erhältlich oder direkt bei Shaker-Media.

Wie sehe ich ADHS: Gemeinhin wird das Syndrom als Störung und Behinderung betrachtet. Aufmerksamkeit, Lernfähigkeit bis zur sozialen Kompetenz sind eingeschränkt. Im Zusammenhang mit ADHS stehen häufig Suchterkrankungen. Betroffene fühlen sich durch ihre Launen und Impulse überfordert und aufgrund ihrer zerfasernden Wahrnehmung in ständigem Zwiespalt mit ihrer Umwelt. Diese Leidensseite des Syndrom stellt einen Aspekt dar. Darüber kommt die Seite der Möglichkeiten häufig zu kurz: Menschen mit ADHS sehen Zusammenhänge und Umstände oft mit großer Hellsicht und einer überraschenden Originalität. Sie bringen Neues und Kreatives hervor. Es ist daher nicht möglich, ADHS als reine Krankheit zu betrachten. Um Betroffenen gerecht zu werden, müssen beide Seiten betrachtet werden. Da ein verantwortlicher Umgang für erwachsene Betroffene mit ihrer besonderen Verfassung entscheidend ist (Kinder können diese Verantwortung noch nicht, Jugendliche nur eingeschränkt übernehmen), gilt es, beide Seiten des ADHS zu kennen und die Seite der Möglichkeiten und kreativen Kraft zu fördern.



Mit herzlichem Gruß
Ihr
Uwe Metz

Cover-Hellsicht

Covermotiv: Susanne Albrecht, Lyrikreativ

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